Donnerstag, 30. April 2015

Bauernweisheiten – Wie viel Wahrheit steckt in alten Bauernregeln?



Das Jahr hat grade begonnen, der Frühling schaut aus allen Ecken hervor und da stehen schon wieder die ersten Zeitungen, die das Wetter für das komplette Jahr vorhersagen wollen. Aber geht das überhaupt? Wie genau kann man Wetter überhaupt vorhersagen? Und: Wie nah kommen die Bauernregeln der Realität?

Immer wieder versuchten Menschen das Wetter vorherzusagen. Das war essentiell für die Landwirtschaft. Bauern früherer Jahrhunderte stellten die ersten Bauernregeln auf und später versuchten die Menschen mit mathematischen Berechnungen und Ewigen Kalendern bzw. Hundertjährigen Kalendern der Unsicherheit Herr zu werden.

Ich möchte daher einmal klären welche Bauernregeln denn eigentlich was taugen. Sie sind zwar die Vorläufer der modernen Meteorologie, sind aber häufig ungenau oder gelten als überholt. Wie viel ist dran? Auf Kalender und die Wahrheit hinter den Vorhersagen möchte ich in meinem nächsten Post eingehen, den Link dazu gibt’s am Ende.

Grünt die Eiche vor der Esche, gibt’s im Sommer große Wäsche.

Grünt die Esche vor der Eiche gibt’s im Sommer große Bleiche.

 


Schon früh erkannte man den Zusammenhang von Voraussetzungen für das Ausschlagen der Bäume mit dem Großraumklima. Je früher ein bestimmter Baum ausschlug, umso mehr häufte sich die Wahrscheinlichkeit für einen nassen Sommer bzw. einen trockenen Sommer.
In Leipzig wachsen an der Plagwitzer Brücke am gleichen Ufern zu je einer Seite der Brücke eine Eiche und eine Esche, die man wunderbar parallel beobachten kann.

Tatsächlich hat diese Richtschnur bis jetzt jedes Jahr funktioniert. Fazit: Glaubwürdig. Aber Bauernregeln sind von Region zu Region sehr unterschiedlich, deshalb würde ich nicht darauf wetten, dass die Regel auch in Thüringen und Hessen genauso anwendbar ist.

links: Eiche; rechts: Esche
Generell gibt es aber im Niederschlag eine gewisse Zyklizität zu beobachten.
Bis auf den Ausreißer 2010 wechslen sich nasse mit trockenen Jahren beständig ab. Dazu pasenn die Fotos von der Eiche oben, die 2015 gemacht wurden.

Grüne Weihnacht, weiße Ostern.

 


2003 war es so, 2015 wieder, dazwischen auch ab und zu. Ja, es stimmt. Wenn es Weihnachten einfach nicht schneien will, dann kommt das dicke Ende eben ein paar Monate später.
Grund sind die Luftströmungen, die um Weihnachten rum in unseren Breiten eigentlich meistens eine Luftmasse vom Golfstrom im Gepäck haben, der das Winterwetter etwas wärmer macht. Und diese Luftmassen bedingen auch die ihnen folgenden Luftmassen und ihre Lage.

Morgenrot – Schlechtwetter droht. Abendrot – Schönwetter Bot‘

 

Eine der Bauernregeln, die sogar wissenschaftlich erklärbar ist. Das Geheimnis sind die Wasserteilchen in der Luft. Die die Farbe des Sonnenlichts unterschiedlich streuen. Je mehr Wassertröpfchen, desto roter der Himmel. In Deutschland wehen meist Westwinde. Abendrot ist zu sehen, wenn sich im Osten die Wolken eines abziehenden Niederschlagsgebiets befinden und der Himmel im Westen klar ist.
Umgekehrt ist es am Morgen, wenn die Sonne auf der anderen Seite steht und die Wolken von der anderen Seite her beleuchtet. Im Osten ist es noch klar und von Westen ziehen erste Wolken auf. Das ist der Fall bei Morgenrot. Und dann bedeutet es, dass es im Laufe des Tages regnen wird.

Ist der Mai recht kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun‘ und Fass.

 


Wenn es also im Mai viel regnet, dann gibt’s viel Getreide und Wein. Na klar, denn Pflanzen brauchen Wasser zum Wachsen. Wenn im Mai viel Wasser in den Boden gelangt, haben die Pflanzen auch im Juni noch etwas davon, wenn es dann heiß und warm wird.





Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.

 

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia sind die Eisheiligen. Ihre Tage fallen zwar heute nicht mehr auf die des Temperatursturzes Ende Mai, da die Umstellung des Julianischen zum Gregorianischen Kalenders diese Bauernegel sozusagen gekippt hat. Dennoch gibt es zahlreiche Bauernregeln, die sich auf diese Eisheiligen beziehen und die davor warnen die Ernte vor der Kälte um den 20. Mai herum auszubringen.

Wie das Wetter am Siebeschläfer ist, bleibt es 7 Wochen lang.

 

Der Siebenschläfer ist am 27.6. Und nein, das Wetter bleibt nicht so, wie exakt an diesem Tag.  2011 hielt der sonnige Siebenschläfertag jedenfalls nicht mal bis zum 1. Juli durch und es wurde eher ungemütlich und schließlich gemischt durchwachsen.
Es ist weniger der Tag selbst, als die Großwetterlage um diesen Tag herum. Da sich aber die Jahreszeiten über die Jahre etwas verschoben haben, ist die Großwetterlage auch nicht mehr um genau diesen Tag herum entscheidend, sondern eher etwas früher.
Ende Juni, Anfang Juli legt sich der Verlauf des sogenannten Jetstreams fest – ein starker Wind, der  in 5-10 km Höhe von Westen nach Osten weht. Er bildet die Frontlinie zwischen Warm- und Kaltluft und ist dafür verantwortlich, dass Tiefausläufer vom Nordatlantik bis nach Europa gelangen. Je weiter nördlich sich diese Jetstream also einrichtet, desto eher können Azorenhochs nach Deutschland gelangen, je weiter südlicher, desto mehr kommen Tiefs aus der Nordsee zu uns. Je südlicher man in Deutschland wohnt, um so zutreffender ist diese Bauernregel.

Wie das Wetter am Himmelfahrtstag – es zwei Wochen bleiben mag.

 


Hier ist übrigens Marias Himmelfahrt und nicht die von Jesus gemeint, was zu Verwechslungen führen kann. Dieser Himmelfahrtstag ist am 15.8. und wieder betrifft es nicht den Tag selbst, sondern auch die Tage um den Tag herum, sprich, die Großwetterlage. Aber im Osten Deutschlands trifft das meistens auch zu. Dass die Großwetterlage.



Mehr ernste Bauernregeln gibt’s hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bauernregeln
Und lustige Bauernregeln für jede Lebenslage gibt’s hier: http://www.handmann.phantasus.de/brjahr.html

Bildnachweise:

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